Ich bin unterdessen wieder direkt an den Markt umgezogen und wohne nun oberhalb eines Shops meiner neuen Freunde.
Während diesen Tagen , hmm wie soll ich das sagen, lebe ich etwas vor mich hin, sitze abwechslungsweise in resp. vor den 3 Shops, trinke unmengen Chai, versuche mir die doch ungewohnten Namen zu merken, spreche auch mal einen der vorbeikommenden Touristen an, probiere tonnenweise Schmuck und Schals, esse und trinke mit ihnen, gehe spazieren, schaue am See oder an der Mela vorbei, geniesse die Atmosphäre, schwitze leise vor mich hin und heute um Acht fängt der Tag Shopleben wieder an.
Es ist gar nicht so einfach den ganzen Tag rumzusitzen und auf Kundschaft zu warten, auch wird jeder Tag spürbar heisser, heute sollen es bereits 38 Grad werden. Eigentlich ist man froh um jeden der reinkommt und sich umschaut, da es eine Abwechslung bedeutet.
Gestern gab es in „unserem“ Laden 300 Rupies Umsatz (1 einfacher Schal) und doch mussten dazu einige potentielle Kunden reinkommen. Ohne umzuschauen sind so 2 Männer von 8 bis ca um 22 Uhr „beschäftigt“ mit warten und eben halt auch Touristen motivieren um einfach schnell mal reinzuschauen.
Was ich sehr bewundere, dass jeder dem anderen einen Verkauf gönnt, sind potentielle Kunden im Laden und einer hat das vermeintlich Gesuchte nicht, wird es schnell aus dem Nachbarladen gebracht oder der Kunde wird dorthin geführt.
Bereits kurz nach 7Uhr werden die ersten Tourgruppen schnell die Strasse zu den Tempeln runtergeführt, bei denen versuchen die paar Kartenverkäufer ihr Glück.
Als Tourist realisiert man gar nicht wie anstrengend das sein muss immer wieder nach vorne zu laufen, bei der nächste Gruppe das Glück zu versuchen und vielleicht endlich was für 40 Rupies verkaufen zu können. Ich bewundere immer wieder wie sauber sie sich anziehen, das Hemd frisch gebügelt, damit sie eindeutig als Verkäufer und nicht als Bettler wahrgenommen werden.
Beim Rückweg zum Bus laufen sie dann wieder gesenkten Hauptes ihrem Guide hinterher der sie in „sichere“ Souvenirläden (inkl. Provision für den Guide) führen wird.
Kaum zu glauben dass ich so lange „ruhig“ sitzen bleiben kann, auch wenn die Stühle, Bänke, Hocker, Kissen und Teppiche sich immer wieder hart anfühlen, auch ja je heisser es wird um so näher sitze man auf dem Boden, ich bin zwar immer noch nicht mit den dazu nötigen Knochen ausgestattet aber es geht immer etwas besser. Mr. AliBaba macht uns meist in seinem Laden einen schönen Salat mit Curd zum Lunch und abends bin ich manchmal bei einer Familie eingeladen. Dies wiederum ist eine eher spezielle Angelegenheit, man wird der Familie vorgestellt und auch gut unterhalten, isst aber meist alleine ohne die Familie. Auch ass ich schon alleine mein Curry während 5 Männer der Familie, ihre Frauen und Kinder mir zusahen. Ich bin riesig froh dass ich genug Erfahrung hatte mit den Fingern zu essen. Nur wenn es Hühnchen gibt da stelle ich mich noch ziemlich ungeschickt an.
Ich werde noch bis Sonntag Abend hier sein und dann direkt nach Lucknow zu den Sisters of the Holy Cross (Menzinger Schwestern) reisen. Ich freue mich sehr die Ostertage mit ihnen verbringen zu können und auch ihren Alltag kennen zu lernen.
















