
Ich bin froh um das Badetuch von Denise, das Sheet von Neelam, den einzigen Wärmebeutel, Schal, Legings und hatte trotzdem noch die ganze Nacht über gefroren.
Läck, war das kalt – und unbequem weil ich nicht so kurz bin wie der Durchschnitts-Inder- aber vor allem zugig kalt. Ich hatte die untere Bank im Korridor gleich bei der Türe, also zog es durch die Fensteröffnungen rein und bei respektive nach jeder Haltestelle musste natürlich „stundenlang“ die Waggontüre offenbleiben. Eben genau so wie es in den Filmen aussieht, nur das es hier keine heisse Sommernacht war, dafür ist nach dem Zähneputzen den Rest nach draussen zu spucken kein Problem.
Die anderen Mitreisenden welche in meiner Nähe schliefen dachten wohl, dass ich zu dem Mann in der oberen Liege gehöre (am anderen Morgen habe ich ihn erst gesehen, war ein Amerikaner) und stellten nur die üblichen Fragen. Die interessanteste Begegnung war ein Sikh (von Beruf Zahnarzt) der erst in Punjab zugestiegen war, welcher mich als Erstes fragte, wie ich mit dem angestarrt werden zurechtkomme. Eigentlich komme ich besser als erwartet damit klar, ich habe mir das Starren, Fremdsein, Bettler und Menschenmassen viel extremer vorgestellt. Aber ich bin meist am vor mich hinlächeln und ehrlich, es ist so ein tolles Land, ich bin immer noch sehr begeistert von der Farbigkeit und der Vielfältigkeit hier.
Sunny möchte gerne den Aufenthalt hier so gut wie möglich organisieren und so wieseln wir zwei Damen hinter ihm durch die Strassen auf der Findung unsere Bleibe der erste Ashram nahm keine weisse Touristen, das 2. Guesthouse hat alle 5 Minuten etwas weniger, z.b. Heisses Wasser und beim Dritten klappte es dann endlich. So wohnen wir nun im Hotel Guru Kaigidhar Niwas: Das Hotel ist so nah, dass ich in 5 Minuten direkt zum Morgengebet in den Tempel spazieren kann. Es ist noch so neu eingerichtet, dass die Boiler und noch ein paar Leuchten nicht überall angeschlossen sind. Der Boiler leider auch bei mir, so leihe ich mir zum Duschen einen Kübel mit Heisswasser von meinen Nachbarn aus. Aber der Service hier ist sehr aufmerksam.
Der Goldene Tempel selbst und die Anlage sind unbeschreiblich wunderbar, es liegt eine sehr friedliche Atmosphäre über der gesamten Anlage. Die Gesänge bilden einen Klangteppich im Hintergrund während du dem Teich entlang gehst oder im eigentlichen Tempel deine Gaben bringst.
Alle diese freiwilligen Helfer welche hier tätig sind und nirgendwo wirst du zu etwas gedrängt, auch ist die riesige Pilgerküche ist mehr als einen Blick wert.
Hier könnte ich stundenlang sitzen oder umhergehen.















